Recherche / Archive
Welche Dokumente sind in welchem Archiv zu finden?
(Die Antragsfrist für Leistungen aus dem Entschädigungsfonds ist am
28. Mai 2003 abgelaufen. Die Antragsfrist für Naturalrestitution endete am 31. Dezember 2007)
Online-Recherche: Seit 24. Oktober 2006 bietet das Österreichische Staatsarchiv ein Archivregister
an, das eine Übersicht über die österreichischen Bundes-, Landes-,
Kommunal- und Privatarchive, deren Bestände und Benützungsbedingungen
gibt.
Darüber hinaus können Sie über das via Internet zugängliche Archivinformationssystem in den Beständen des Österreichischen Staatsarchivs recherchieren. Über einen Volltextindex
können Sie gezielt in den in 49 Bänden veröffentlichten
Forschungsergebnissen der Österreichischen Historikerkommission
recherchieren. Über ALEX - Historische Rechts- und Gesetzestexte Online
der Österreichischen Nationalbibliothek können Sie gezielt nach
Gesetzestexten - etwa in dem von 1938 bis 1940 veröffentlichten
Gesetzblatt für das Land Österreich - suchen. WOHNORT - Anfragen an das Meldearchiv
Sollten Sie nur den Ort kennen, an dem die geschädigte Person gewohnt
hat, nicht jedoch deren genaue Adresse, so können bei den
magistratischen Bezirks- bzw. Gemeindeämtern Meldeabfragen durchgeführt
werden, die Ihnen Auskunft über den genauen Wohnort von Personen in den
1930er Jahren geben.
In Wien ist die Magistratsabteilung 8 für Meldeanfragen zuständig.
Wiener Stadt- und Landesarchiv (MA8)
Tel.: (+43 1) 4000-84808
Fax.: (+43 1) 4000-7238
E-Mail: post@m08.magwien.gv.at
In den übrigen Bundesländern ist dies das jeweilige Gemeindeamt.
Hinweis: Personen, die die einmalige Entschädigung für Mietrechte,
Hausrat und persönliche Wertgegenstände ("USD 7.000", § 2b
Nationalfondsgesetz) erhalten haben, benötigen keine Bestätigung ihrer
Meldedaten.
VERMÖGEN - die Akten der Vermögensverkehrsstelle
Im Juni 1938 mussten Personen mosaischen Glaubens, die Vermögen von
mehr als 5.000 Reichsmark besaßen, ihr Vermögen bei den sogenannten
Vermögensverkehrsstellen deklarieren (siehe dazu die gesetzlichen Grundlagen unter NS-Gesetze). Die Akten sind vollständig
erhalten und nach Bundesländern sortiert in den nachfolgend angeführten Archiven
aufbewahrt. Bitte beachten Sie, dass die Vermögensanmeldung für Zweitwohnsitze
im jeweiligen Bundesland erfolgte und gegebenenfalls eine gesonderte
Anfrage – an das zuständige Archiv – erforderlich ist.
Für Wien:
Österreichisches Staatsarchiv
Nottendorfergasse 2
A-1030 Wien
Tel.: (+43 1) 79540 0
Fax.: (+43 1) 79540-109
E-Mail: adrpost@oesta.gv.at
Für Niederösterreich und das nördliche Burgenland:
Niederösterreichisches Landesarchiv
Landhausplatz 1
A-3109 St. Pölten
Tel.: (+43 2742) 200 2044
Fax.: (+43 2742) 9005-12052
E-Mail: post.k2archiv@noel.gv.at
Für Öberösterreich:
Oberösterreichisches Landesarchiv
Anzengruberstraße 19
A-4020 Linz
Tel.: (+43 732) 77 20-146 01
Fax.: (+43 732) 77 20-146 19
E-Mail: landesarchiv@ooe.gv.at
Für die Steiermark, Kärnten und das südliche Burgenland:
Steiermärkisches Landesarchiv
Karmeliterplatz 3
A-8010 Graz
Tel.: (+43 316) 877 2361
Fax.: (+43 316) 877-2954
E-Mail: post@stla.stmk.gv.at
Burgenländisches Landesarchiv Europaplatz 1
A-7000 Eisenstadt
Tel.: (+43 2682) 600 2358
Fax.: (+43 2682) 600 2058
Für Salzburg:
Salzburger Landesarchiv
Michael-Pacher-Straße 40
A-5020 Salzburg
Tel.: (+43 662) 8042 4527 oder 4521
Fax.: (+43 662) 8042/4661 E-Mail: landesarchiv@salzburg.gv.at
Für Tirol und Vorarlberg:
Tiroler Landesarchiv
Michael-Gaismair-Straße 1
A-6010 Innsbruck
Tel.: (+43 512) 508 3500, 3502 oder 3503
Fax.: (+43 512) 508-3505
E-Mail: landesarchiv@tirol.gv.at
FIRMEN - Das Handels- und Gewerberegister
Das Firmenbuch (vormals Handels- und Gewerberegister), gibt Auskunft
über die BesitzerInnen einer Firma oder eines Gewerbebetriebes.
Für diesbezügliche Abfragen ist es unbedingt notwendig, den genauen
Firmenwortlaut zu kennen. Ihre Anfragen richten Sie bitte an die
Bezirksämter oder an die betreffenden Landes- oder Stadtarchive. Das
historische Firmenbuch für Wien ist bei der Magistratsabteilung 8
einzusehen.
VEREINE - Die Akten des Stillhaltekommissars
Für die Recherche von Vermögen, das Vereinen entzogen wurde, gibt es
die Möglichkeit, die Akten des sogenannten Stillhaltekommissars
einzusehen. Das Amt des Stillhaltekommissars war während des Nationalsozialismus für
die Administration und Verwaltung von Vereinigungen zuständig. Die
Akten des Stillhaltekommissars befinden sich im österreichischen
Staatsarchiv.
Österreichisches Staatsarchiv
Nottendorfergasse 2
A-1030 Wien
Tel.: (+43 1) 79540 0
Fax.: (+43 1) 79540-109 E-Mail: adrpost@oesta.gv.at
VERSICHERUNGEN - Die Liste der in den Vermögensanmeldungen enthaltenen Versicherungspolizzen
1. Liste möglicher Opfer von Enteignungen von Rechtsansprüchen aus Versicherungsverhältnissen
Die Namensliste von PolizzeninhaberInnen ist eine vom
Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs (VVO) veröffentlichte
Liste möglicher Opfer
von Enteignungen von Rechtsansprüchen aus Versicherungsverhältnissen.
Die betreffende Liste sowie den erläuternden Text des VVO finden Sie hier.
Die vom VVO publizierte Liste basiert auf den von
der nationalsozialistischen Vermögensverkehrsstelle verwalteten
Vermögensanmeldungen. Darin waren als eigene Vermögenskategorie auch
"Ansprüche aus noch nicht
fälligen Lebens-, Kapital- oder Rentenversicherungen, zu berechnen mit
2/3 der eingezahlten Prämien oder Kapitalbeiträge oder mit dem
Rückkaufswert" anzugeben. Die Originaldokumente befinden sich im Archiv der Republik des Österreichischen Staatsarchivs.
2. Verzeichnis der Sammelstellen für erbloses jüdisches Vermögen
Im Rahmen der von der Republik Österreich eingeleiteten
Entschädigungsmaßnahmen für entzogenes Vermögen wurde von den 1957 gem. Auffangorganisationengesetz (BGBl 73/1957)
eingerichteten Sammelstellen erbloses und unbeanspruchtes
rückstellungspflichtiges Vermögen geltend gemacht. Diese Sammelstellen
erstellten zur Verfahrensabwicklung Listen von möglicherweise
entzogenen Versicherungspolizzen. Aufgrund der eigenen Recherche des
Allgemeinen Entschädigungsfonds konnte eine weitgehende Deckung dieser
Listen mit jener
Liste von Versicherungspolizzen festgestellt werden, die auf den
"Verzeichnissen über das Vermögen von Juden nach dem Stand vom 27. April
1938" basiert.
Die
besagten Listen wurden elektronisch erfasst und sind nach Namen von
möglicherweise geschädigten Versicherungsnehmern durchsuchbar.
Insgesamt sind 18.886 Einträge auf der Liste zu finden. Datenbank zu möglicherweise entzogenen Versicherungspolizzen (Sammelstellen-Liste)
Haftungsausschluss Es muss
darauf aufmerksam gemacht werden, dass es sich bei diesen Einträgen
nicht um aufrechte Versicherungsansprüche handelt. Es wird daher um
Verständnis gebeten, wenn darauf hinzuweisen ist, dass aus der
Veröffentlichung eines Namens eines ehemaligen Versicherungsnehmers
kein Rechtsanspruch auf Entschädigung erwächst. Darüber zu entscheiden,
ist Sache des unabhängigen Antragskomitees des Fonds. Da die Listen
der Sammelstelle Fehler enthalten können und auch bei der Bearbeitung
dieses Materials, um es zu veröffentlichen, Fehler unterlaufen sein
können, muss jede Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der
Listen abgelehnt werden.
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